Vom Ende der Einsamkeit

Jules und seine beiden Geschwister wachsen behütet auf, bis Ihre Eltern, auf tragische Weise, bei einem Unfall ums Leben kommen. Obwohl alle drei auf das gleiche Internat kommen, geht jeder seine eigenen Wege. Sie werden sich fremd und verlieren sich aus den Augen.

Man erfährt die unterschiedlichen Lebenswege der Geschwister, jeder der drei versucht den Verlust auf seine eigene Art zu bewältigen. Erst Jahre später führt das Schicksal sie wieder zusammen.


Benedict Wells ist ein grandioser Familienroman gelungen. Der einen von der ersten Seite in den Bann zieht. Ein wunderbares, einfühlsames Buch über Einsamkeit, Trauer, Liebe, das Verlassenwerden und wieder Zueinanderfinden.
Jeder meiner Kollegen war genauso begeistert wie ich!!

Carmen Rodenbusch

Unterleuten

Mit >>Unterleuten<< hat Juli Zeh einen großen Gesellschaftsroman über die wichtigsten Fragen unserer Zeit geschrieben, der sich hochspannend wie ein Thriller liest. Gibt es im 21. Jahrhundert noch eine Moral jenseits des Eigeninteresses? Woran glauben wir? Und wie kommt es, dass immer nur alle das Beste wollen und am Ende trotzdem Schreckliches passiert?

 

(Klappentext Luchterhand Literaturverlag)

 

 

Was passiert, wenn die Idylle zur Hölle wird? Dieser Frage geht die Autorin Juli Zeh in ihrem neuen Roman "Unterleuten" auf den Grund. Als im beschaulichen Ort Unterleuten - irgendwo in Brandenburg - eine Investmentfirma in unmittelbarer Nähe des Ortes eine Windkraftanlage errichten will, sind die Bewohner in heller Aufruhr.

Als es zur Landvergabe kommt und es darum geht, wer sein Land verkauft und wem dies nützt oder schadet, brechen alte Streitigkeiten zwischen den Dorfbewohnern erneut auf.

 

Tina Dewes

Der Trick

1934 in Prag, bestaunt der 15 jährige Rabinersohn Mosche Goldenhirsch im Zirkus die Zauberstücke des legendären " Halbmondmann" und seiner liebreizenden Assistentin - es ist um ihn geschehen, und zwar gleich doppelt. Er rennt von zu Hause weg und schließt sich dem Zirkus an, der nach Deutschland weiterzieht.


2007, in Los Angeles, klettert der 10 jährige Max Cohn aus dem Fenster seines Zimmers, um den großen Zabbatini zu finden, einen alten, abgehalfterten Zauberer. Der Junge ist überzeugt: Nur Magie kann seine Eltern, die vor der Scheidung stehen, wieder zusammenbringen.

Eine bewegende und aberwitzige Geschichte, die Zeiten und Kontinente umspannt, ein Roman über die Zerbrechlichkeit des Lebens und den Willen, sich verzaubern zu lassen. ( Diogenes )

Ein beeindruckendes , raffiniertes Debüt! Ein begnadeter Erzähler! Dieses Buch hat mich von der ersten Seite an gepackt, lasst euch verzaubern...

Carmen Rodenbusch

City on Fire

Aus dem Amerikanischen von Tobias Schnettler . New York City, Neujahr 1977. Ein Schneesturm zieht über die Stadt, Feuerwerk erleuchtet den Himmel und im Central Park fallen Schüsse. Die Ereignisse der Nacht bringen eine Gruppe unvergesslicher Figuren zusammen: Die schwerreichen Erben William und Regan Hamilton-Sweeney, Mercer, der am großen amerikanischen Roman schreibt, die Punk-Kids Sam und Charlie aus der Vorstadt, den besessenen Magazin-Reporter Richard und den Cop Larry.

Sie alle leben und lieben hier, in der großen Stadt, die bankrott und gefährlich ist und zugleich vor Energie platzt. Als dann am 13. Juli 1977 die Lichter ausgehen, gerät New York City in den Ausnahmezustand - und nach dem Stromausfall ist kein Leben wie zuvor...

Mein Statement:

Ich bin begeistert. Ein unvergesslicher und fulminanter Roman. In halsbrecherischem Tempo erzählt Hallberg Geschichten, die einem den Atem stocken lassen. New York und die Figuren des Romans wird man so schnell nicht vergessen.

 

Agnes Hell

 

Bis ans Ende der Geschichte

In schlichten Worten erzählt, durchaus träge (die Erzählung hat Längen), jedoch zwingend fesselnd, denn der Plot ist einzigartig packend, schockierend, verstörend und ungeheuer faszinierend.

Große, unlösbare Fragen nach Schuld und Sühne, unvorhersehbare Wendungen und eine unergründliche Protagonistin, die von Anfang an lebendig vor Augen steht.

 

Sage, unauffällige Heldin der Erzählung der Gegenwart, ist eine begnadete Bäckerin. Man riecht und schmeckt beim Lesen, was sie erschafft.

Ihr einziges Glück scheint, in der Abgeschiedenheit ihrer nächtlichen Backstube das von ihr nahezu als göttlich erlebte Wunder der „Brotwerdung“ zu lenken.

 

Menschen empfindet sie als Bedrohung, sie versteckt sich voll Scham vor ihnen, da eine für sie als Entstellung empfundene Narbe ihr  Gesicht verunziert und ihre Seele unter der Last des Schuldgefühls leidet, die Verantwortung für den Tod ihrer Mutter zu tragen, die bei ebenjenem Unfall ums Leben kam, der Sages Gesicht zeichnete.

 

Ihr fast einziger Kontakt nach Außen ist eine Trauergruppe, in der Sage den 86jährigen Josef kennenlernt, der sie sehr bald darum bittet, ihm Sterbehilfe zu leisten, da er von langer Zeit Entsetzliches getan habe. Vorher aber soll sie ihm vergeben.

 

Nein, es folgt KEINE rührselige, in vielfältiger Form bereits geschriebene Erzählung über das Leben und den Tod und die Liebe.

Nichts, was zu Tränen rührt, auch wenn man weint

- denn das Grundgefühl beim Lesen ist eher ohnmächtiges Entsetzen und das Bewußtsein, dem nicht mal (durchaus verständlich) feige durch das Schließen des Buches entgehen zu können. Diese „Dinge“ sind geschehen, so und schlimmer.

 

Jodi Picoult führt dem betroffenen Leser absolut gegensätzliche Standpunkte absolut einleuchtend vor Augen – auch das ist ungemein verstörend, aber eben auch äußerst faszinierend.

 

Es war (für mich) fast ein Zwang, weiterzulesen, obwohl ich mich an mancher Stelle "durchkämpfen" musste.

Erzählt wird in verschiedenen Ebenen – die Gegenwart von Sage, die Gegenwart von Leo, dem Nazijäger,  die Vergangenheit von Sages jüdischer Großmutter Minka und ein Teil des Lebens der fiktiven jungen Frau Ania in der von Minka erfundenen Horrorgeschichte...

 

Am Schluß hat es mich so gepackt, dass ich das Buch nicht mehr weglegen konnte,  und vom Verlauf der Erzählung völlig überrumpelt wurde

– eine unleugbar schwer verdauliche, aber erstklassige und wertvolle Lektüre.

 

Barbara Zender

Letzter Bus nach Coffeeville

Drei in jeder Hinsicht ziemlich älteste Freunde reisen in einem klapprigen Tourbus der Beatles quer durch die USA bis nach Mississippi. Mit an Bord: Alzheimer, die grausame Krankheit des Vergessens. Nach und nach steigen noch andere Passagiere mit kunterbunten Lebensläufen zu, die verrückt genug sind, um es mit so einem heimtückischen Mitreisenden aufzunehmen.

 

Ein Buch, bei dem man ebenso oft Tränen weint wie Tränen lacht und das man dabeihaben will, wenn's im eigenen Leben mal nichts mehr zu lachen gibt.

 

Dieses Buch erinnert ein wenig an den "Hundertjährigen, der aus dem Fenster stieg", ist aber für meinen Geschmack sehr viel besser geschrieben und trotz des ernsten Themas lustiger.

 

Das Buch überzeugt durch die Mischung aus Road-Story und der doch ernsten Thematik Alzheimer. Eine besondere Geschichte über Liebe, Freundschaft, das Erwachsenwerden und den Tod. Berührend und humorvoll zugleich. Ein wahrer Lesegenuss.

 

Anne Treib

Beatriz Williams, Das geheime Leben der Violet Grant, Blanvalet

Beatriz Williams, Das geheime Leben der Violet Grant

Eine gefährliche Liebe - ein jahrezehntealter Skandal - zwei Frauen, die die Welt verändern.

 

Manhattan, 1964. Vivian Schuyler hat das Undenkbare getan: Sie hat dem glamourösen Upperclass-Leben ihrer Familie den Rücken gekehrt, um auf eigenen Beinen zu stehen und Karriere als Journalistin zu machen. Als sie herausfindet, daß sie eine skandalumwitterte Großtante hat, ist ihr Spürsinn geweckt...

 

Berlin, 1914. Die junge Physikerin Violet erträgt ihre Ehe mit dem älteren Professor Grant nur, um ihren Forschungen nachgehen zu können. Doch dann bricht der erste Weltkrieg aus und ein geheimnisvoller Besucher stellt Violet vor eine Entscheidung mit dramatischen Folgen.

 

(Quelle: Blanvalet)

 

Eine wunderbare, spannende Geschichte zweier außergewöhnlicher, mutiger Frauen. Eine packende Geschichte voller überraschender Wendungen - zwei Lebensgeschichten, die geschickt verwoben werden, voller Spannung, Witz und Sinnlichkeit. Man ist nach der ersten Seite süchtig nach diesem Roman!!!

 

Carmen Rodenbusch

 

 

Catherine McKenzie, Letzte Nacht

Catherine McKenzie, Letzte Nacht

Als der 39 jährige Familenvater Jeff Opfer eines tragischen Unfalls wird und stirbt, fällt das Leben seiner Frau Claire in sich zusammen. Sie hat keine Zeit für Trauer und muss ihren Sohn auffangen, das Begräbnis arrangieren, mit wohlwollenden Familienmitgliedern umgehen. Dann reist auch noch Jeff`s Bruder an, der zugleich ihr Exfreund ist. Doch auch eine andere Frau bricht bei der Nachricht von Jeff`s Tod zusammen: Tish, seine Kollegin. Sie nimmt an dem Begräbnis teil, aber nur sie weiß, wie groß das Risiko ist, das sie damit auf sich nimmt. Und tatsächlich wird Claire auf sie aufmerksam und fragt sich, was diese Frau mit ihrem Mann verbunden hat...

 

(Quelle: Heyne Verlag)

 

 

Die Autorin erzählt aus drei unterschiedlichen Perspektiven: Claire, Tish und Jeff kommen zu Wort. Die großen Fragen dieses Buches: Treue, Ehrlichkeit, Eifersucht und Trauer. McKenzie  erzählt sehr einfühlsam und mit viel Gefühl. Eine zarte, ehrliche Geschichte über Geheimnisse, Familie und die verschiedenen Bedeutungen des Wortes "Wahrheit".

 

Dieses Buch erweist sich als ein nachdenklich stimmender Roman, über lebenslange Partnerschaft  und Liebe auf den ersten Blick. Sehr spannend zu Lesen!!! Ein Roman, der einen tief berührt und nicht so schnell wieder loslässt!!!

 

Carmen Rodenbusch

 

Sharon Bolton, Schwarze Strömung, Lacey Flint, Manhattan Verlag

Sharon Bolton - Schwarze Strömung

Man findet sie tot in den dunklen Fluten der Themse - junge Frauen in weiße Laken gehüllt, ermordet von einem mysteriösen Serienkiller...

Lacey Flint weiß, dass die Themse ein gefährlicher Ort ist. Vielleicht hat sie sich den Fluss daher als Arbeitsplatz ausgesucht. Seit kurzem arbeitet die einstige Ermittlerin für die "Marine Unit" der Londoner Polizei, und die dunklen Fluten lassen sie auch in ihrer Freizeit nicht los.

Bis sie beim illegalen Schwimmen in der Themse eine Tote entdeckt. Die junge Frau ist liebevoll in ein weißes Leinentuch gehüllt, und es scheint, als sollte sie von Lacey gefunden werden. Tatsächlich wird die unbekannte Tote nicht das einzige grausame Geschenk sein, das ein Serienkiller für Lacey hinterlässt. Irgendjemand beobachtet jeden ihrer Schritte. Und kennt sie besser, als ihr lieb sein kann...

(Quelle: Manhattan Verlag)

 

 

In diesem hochaktuellen Fall geht es um illegale Einwanderer und Mädchenhandel der besonderen Art. Erzählt wird aus verschiedenen Perspektiven, die anfangs sehr rätselhaft erscheinen, aber zu einer wohldurchdachten Story verbunden wurden. Bin immer wieder gepackt von dieser Ermittlerin, in jedem ihrer Fälle geht sie immer an ihre Grenzen, und man erfährt auch ein wenig mehr über ihre dunkle Vergangenheit, vor ihrer Polizeilaufbahn, und ihre (knisternde...) Beziehung zu ihrem früheren Vorgesetzten und Kollegen Mark Joesbury. Hochspannender, packender Thriller, der mit einem fulminanten Schluss überzeugt!!!

Carmen Rodenbusch

Lars Kepler - Ich jage Dich

Lars Kepler - Ich jage Dich

Wenn das Licht an ist, beobachtet der Stalker Dich durch das Fenster... Löschst Du es, ist er vielleicht schon in der Wohnung...

Der Serienmörder folgt einem perfiden Muster. Er filmt Frauen abends durch das erleuchtete Fenster und schickt den Clip an die Polizei.

Und dann ermordet er die Frauen. Die Kriminalpolizei versucht alles, um einen nächsten Mord zu verhindern. Aber der Mörder ist ihnen immer einen Schritt voraus... (Quelle: Lübbe)

Eine grandiose Fortsetzung der Reihe um den Ermittler Joona Linna und ein Wiedersehen mit dem Psychiater Erik Maria Bark, den man aus Der Hypnotiseur kennt. Habe alle Bände der Reihe im wahrsten Sinne des Wortes verschlungen. Hochspannung pur!!!

 

Carmen Rodenbusch

 

 

Nüchtern und erschütternd

Anna Seidl

Es wird keine Helden geben

 

 Amoklauf in einer Schule. Miriam muss währenddessen mitansehen, wie ihr Freund angeschossen auf dem Boden vor ihr liegend stirbt. Sieben Schüler und Lehrer sterben. Nun ist nichts mehr wie vorher und das Allerschlimmste ist das gigantische Schuldgefühl, das sie (nicht allein) quält:

Denn der Täter wurde "gedisst" - auch von ihr...

Hervorragendes Debut einer Achtzehnjährigen! Authentisch und nachvollziehbar.

Empfehlung zur Schullektüre.

 

Rezension Kulturradio rbb 22.01.2014

Der zweite Fall für Dan Sommerdahl!

Anna Grue

Der Judaskuss

 

Klasse Krimi!

 

Sympathische Charaktere, nicht allzu blutig, toller Plot.

Verzwickt und nicht durchschaubar ist auch der zweite Fall für den Kommissarsfreund Dan Sommerdahl, niemals langweilig, durchaus vergnüglich, seine Protagonisten überaus "menschelnd" und Dan selbst auch ein kleines bisschen (pubertär) heldenhaft...

Bereits der erste Fall war ein Lesevergnügen - mit dieser (auch unabhängig vom ersten Teil lesbaren) Fortsetzung ist Anna Grue eine echte Steigerung gelungen.

Mehr darüber auch auf ihrer Website: www.anna-grue.de

 

Der erste Fall für Dan Sommerdahl: Die guten Frauen von Christianssund

 

Vom Glück des Zufalls

Holly Goldberg Sloan

Sam und Emily
kleine Geschichte vom Glück des Zufalls



Eine wunderbare Geschichte aus dem Leben

Auch wenn das Cover mehr darauf schließen läßt, dass dies eine romantische Liebesgeschichte ausschließlich für Mädchen sei, muss zuvorderst darauf hingewiesen werden, dass auch Jungs*, wenn sie sich an die Lektüre heranwagen (einfach den Umschlag entfernen!), mit einer zunehmend immer spannenderen Story belohnt werden. Denn die eigentlichen Helden dieses Romans sind männlich, wenn auch keine, wie man sie im täglichen Leben kennenlernt. Und ja, es geht auch um Liebe, die zwischen zwei Menschen, die zwischenmenschliche und vor allem die nicht vorhandene...

Sam und Riddle fristen ein Dasein, dessen Tragik ihnen selbst zu Beginn der Erzählung kaum bewußt ist, sind sie doch aussschließlich damit beschäftigt, ihr tägliches Überleben zu sichern: Essen beschaffen, aufeinander achtgeben, dem Vater aus dem Weg gehen.

Riddle, der so gut wie nie spricht, ist so in sich selbst zurückgezogen, dass die Außenwelt ihn mit dem Stempel „behindert“ versehen würde, wenn ihn denn überhaupt jemand wahrnähme. Aber das passiert nicht oft, sind beide doch darum bemüht, möglichst unsichtbar zu sein. Sam liebt seinen kleinen Bruder über alles und hat es sich zur allerersten Aufgabe gemacht, ihn stets zu beschützen.

Der Vater, völlig verrückt, schizophren und gemeingefährlich, finanziert ausschließlich den eigenen Lebenswandel mit kriminellen Machenschaften, die ihn Zeit seines Lebens durch die Lande treiben: stets auf der Flucht, ist sein LKW immer „gepackt“ und mit gestohlenen Nummernschildern bestückt, zu jedem Zeitpunkt ist eine Flucht vom derzeitigen Tatort möglich. Dieses Vagabundendasein hat dazu geführt, dass beide Kinder selten eine Schule besuchen konnten und dieser Tatbestand auch niemandem auffiel.
Immerhin zwei Jahre Schulbesuch haben es Sam ermöglicht, Lesen und Schreiben zu lernen, so dass er sich damit irgendwie durchzuschlagen weiss.

Emily Bell führt im Gegenteil dazu ein wohlbehütetes Leben als geliebte Tochter eines Musikprofessors und einer Krankenschwester, kleinem Bruder und Haushund. Sie liebt und sammelt die Geschichten anderer Menschen, denn das Leben selbst fasziniert sie: die Geschichte, die hinter jedem Schicksal steht.

Auf Sam trifft sie durch Zufall: an einem für sie grauenhaften Tag, an dem sie in der Kirche vorsingen muss, ohne singen zu können. Der Junge in der letzten Bank, von dem sie nicht weiss, wer er ist, gibt ihr Halt, als sie ihre Blamage durchsteht. Auf ihn konzentriert sie sich so stark während ihres Vortrags, dass sie ihre Umgebung völlig ausblenden kann und Sam intuitiv begreift, dass sie nur für ihn singt – ihn, den Unsichtbaren.

Wirklich aufeinander treffen sie unmittelbar darauf, als Emily fluchtartig die Kirche verläßt, um die unerträgliche Spannung, unter der sie stand, in Gestalt ihres sich umstülpenden Magens wieder loszuwerden. Auch hier steht er ihr bei – indem er nur bei ihr steht. Kein Wort fällt, nur die Andeutung einer Berührung, dann ist er weg.

Ab diesem Tag ist Emily von Sam so fasziniert, dass sie alles daran setzt, ihn wieder zu finden.
Was schier unmöglich ist, denn niemand kennt ihn.

Doch wie der Titel schon verspricht: das Glück des Zufalls, das es tatsächlich gibt, dessen man sich zumeist erst hinterher bewußt wird, führt die beiden wieder zusammen, bevor es sie scheinbar endgültig und für immer auseinanderreißt.

Denn als Sam und Riddle zum ersten Mal überhaupt in ihrem Leben Geborgenheit und Liebe erfahren, Sam sich durch Emilys Vater bewußt wird, dass er ein hochtalentierter Musiker ist und Emily sich über beide Ohren in Sam verliebt, holt die beiden Jungs das Schicksal in Form des durchdrehenden Vaters zurück in die grausame Realität und reißt sie aus der gerade erst liebgewonnenen Umgebung in einen Alptraum, in dem es um nichts weniger als das nackte Überleben geht.
Spätestens ab diesem Zeitpunkt ist man nicht mehr in der Lage, das Buch aus der Hand zu legen, so sehr packt einen die Story.

Für Jugendliche und Erwachsene ab 13 Jahre – beste Lektüre!

* vor allem Jungs, die Bücher wie (bitte anklicken:) "Alabama moon" oder "ihr kriegt mich nicht!" oder auch "Chronik der dunklen Wälder" (unsere eigene Rezension können Sie ebenfalls auf unserer "Buch-Seite" finden) gern gelesen haben - oder hiermit (mit einer dringenden Empfehlung) auch auf diese hervorragenden Jugendbücher hingewiesen seien

Unbarmherzige Rache

Thomas Willmann
Das finstere Tal



Was für ein Buch!
Unbeschreibliche Gewalt wortgewaltig beschrieben.
Kaum zu glauben, wie aus dem schlichten Ausdruck eines Gesichtes, eines namenlosen  Gefühls, dem Anblick einer verstörend schönen Landschaft, eines undurchsichtigen Menschen, der lebhaften Darstellung von Gesten und ungeheuerlichen Handlungen, tiefster Liebe und entsetzlichster Grausamkeit eine Ansammlung wundersamster, grandioser Wortkunstwerke zu entstehen vermag.
Hochachtung vor diesem begnadeten Autor!

Ein philosophischer Krimi

Àlex Rovira
Francesc Miralles
Einsteins Versprechen    
            


Mal etwas „ganz anderes“…
eine an- wie aufrührende Mischung:

ein leiser, rätselhafter Krimi mit ein paar Leichen, einer parallel laufenden Lovestory, biografischen Ausflügen in Einsteins Leben und nur am Rande ein kleines bisschen Physik (was selbstredend nicht zu vermeiden ist, wenn man von diesem Mann erzählt), die jedoch, wie sowohl die überraschten Protagonisten, als auch der Leser bemerken wird, deutlich in Richtung Philosophie und der allumfassenden Frage nach dem Ursprung und dem Sinn dieses Lebens zielt.
Wunderbare Zitate - oft von Einstein selbst - begleiten jedes Kapitel.

Schöne Lektüre zum Mit- und Nachdenken.
Ein im wahrsten Sinne des Wortes „Sinn – volles“ Buch.
Sehr empfehlenswert!

Packende Reise in die Vergangenheit

Paver, Michelle:

Chronik der dunklen Wälder

Bertelsmann Verlag

Eine unter die Haut gehende, mitreißende Reise in eine Zeit vor 6000 Jahren – am Ende der Mittelsteinzeit

Ein Junge und ein Wolf, die weitaus mehr als eine übliche Mensch-Hund-Beziehung verbindet – unterwegs in einer Zeit und Welt, die der heutigen so fremd ist wie eine Fiktion.

Die Faszination dieses irrsinnig spannenden, aus 6 Bänden bestehenden Werkes, erklärt sich aus der Fakten - Mythologie - Fantasy - Mischung und vor allem aus Pavers großartigem Erzähl-Talent.
Sie entwirft filmgleiche, rasante Szenen, beschreibt die machtvolle Natur und die starken Gefühle der Protagonisten so lebhaft, dass man sie gleichsam miterlebt.

Hervorragend recherchierte archäologische Fakten verbindet sie mit einer absolut vorstellbaren, dadurch realistisch anmutenden, von Band zu Band phantastischer werdenden Mythologie.
Wer vor der Lektüre vielleicht noch  meinte, ein Steinzeitmensch sei eine hirnlose „Dumpfbacke“, höchstens noch ein besserer Affe gewesen, wird nach der Lektüre den Hut vor seinen Vorfahren ziehen:
Die Menschen zu Toraks Zeit waren großartige Überlebenskünstler, die sich - auch ohne die Erfindung des Rades oder Methoden zur Metallgewinnung - in jeder Situation zu helfen wussten. Ihre Beziehung zur Natur, die geprägt war von tiefem Glauben, größtmöglicher Ehrfurcht und bescheidenem Respekt, spiegelt genau die Eigenschaften wider, die dem „heutigen“ naturentfremdeten Mensch völlig zu fehlen scheinen.

Aber am schönsten sind die Beschreibungen aus Wolfs Sicht:
Wenn man die tatsächlichen Gedanken eines solchen Tieres lesbar machen könnte – ich bin mir absolut sicher:
Genau so wären sie.
„Groß Schwanzlos“ – so nennt der kleine Wolf Torak, der für ihn ein Wolf auf zwei Beinen ist, der zwar Wolfsgeruch trägt, sich fast ebenso zu verständigen weiß wie ein Wolf und auch die Augen eines Wolfes hat, dem aber nicht nur der Schwanz sondern auch die fabelhaften Sinnesorgane völlig zu fehlen scheinen, die einen Wolf normalerweise ausmachen. Toraks Augen, Ohren und Nase sind zumindest eines Wolfes nicht eben würdig.
Dafür hat der mängelbehaftete Zweibein-Wolf mit dem abnehmbaren Fell eine Klugheit, die Wolf staunen lässt – und die alle seine augenscheinlichen Mängel aufwiegen.

Davon abgesehen ist Torak Wolfs Rudelgefährte – und das bedeutet: lebenslange Treue auch zum Preis des eigenen Todes.

Wunderbar und berührend, so spannend, dass man sich die letzten Seiten wie eine Süßigkeit aufzusparen beginnt und einfach nur:
GROSSARTIG !

Unser derzeitiger Liebling!

Ein wunderschönes Bilderbuch für Jung und Alt

- und jeden, der Bücher liebt!

 

William Joyce:

Die fliegenden Bücher des Mister Morris Lessmore

Boje Verlag

ISBN 9783414823441

14,99 €

Dieses Bilderbuch entstand aufgrund des 2012 mit einem Oscar ausgezeichneten Kurzfilms

The Fantastic Flying Books of Mr. Morris Lessmore

(hier: der Kurzfilm)

Ein großartiges Bilderbuch, eine berührende Geschichte über einen Kind gebliebenen jungen Mann, der durch einen Schicksalsschlag (einen Sturm) in eine triste „schwarz-weiss-Welt“ katapultiert, erst lernen muss, den Blick in die Ferne zu lenken, das Bunte und die Vielfalt der Geschichten, des Lebens und seine Träume zu entdecken.

 

Fabel-haft, doppeldeutig, hintersinnig, tiefgründig oder einfach nur betörend – hier kann sich der erwachsene Leser irgendwo dabei ertappen, sich an „etwas erinnert“ zu fühlen…

Ein magisches Buch über Bücher und über das Leben...